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Meldungen aus dem Landesverband Brandenburg
Meldungen aus dem Landesverband Brandenburg

Stille Einbettung sowjetischer Gefallener in Lebus

Volksbund erfüllt humanitären Auftrag – gegenseitige Verpflichtung bleibt bestehen

Einsegnung der Gefallenen

Einsegnung der Gefallenen B. Remy/Volksbund

In Lebus (Märkisch-Oderland) hat der Volksbund  39 sowjetische Soldaten eingebettet, die in den vergangenen Jahren an verschiedenen Orten in Brandenburg geborgen wurden. Die Einbettung fand bewusst in stiller Form statt. Auf eine offizielle Gästeliste und einen musikalischen Rahmen wurde verzichtet, der Ablauf blieb schlicht und würdevoll.

Die gefallenen Rotarmisten stammen aus den letzten Kämpfen an der Oder im Frühjahr 1945. Die Kriegsgräberstätte in Lebus dient seit vielen Jahren als zentraler Zubettungsfriedhof für Gefallene der Roten Armee, die im Land Brandenburg gefunden werden.

„Unser Auftrag gilt den Toten und nicht den aktuellen Konflikten. Deutschland und die Russische Föderation haben sich völkerrechtlich verpflichtet, die Gefallenen des jeweils anderen Landes würdig zu bestatten. Diese Arbeit bleibt humanitär, nicht politisch – und deshalb haben wir bewusst den stillen Rahmen gewählt", sagte Oliver Breithaupt, Landesgeschäftsführer des Volksbundes Brandenburg.

An der schlichten Zeremonie nahmen Landrat Gernot Schmidt (Märkisch-Oderland) und Hochwürden Oleg Beltek von der Russisch-Orthodoxen Kirche in Berlin teil. „Lebus ist ein Ort, an dem die Geschichte des Krieges präsent bleibt“, sagte Schmidt. „Gerade in einer Zeit, in der Europa erneut mit Gewalt konfrontiert ist, erinnert dieser Friedhof daran, wie wichtig der Respekt vor den Opfern ist – unabhängig von ihrer Herkunft.“

Während der Zeremonie war der Botschafter der Russischen Föderation, Sergej Netschajew, auf dem Friedhof anwesend. Er war nicht eingeladen worden, äußerte sich jedoch kurz. Seine Anwesenheit änderte nichts am Charakter der Veranstaltung. Die Form blieb still, sachlich und frei von politischen Botschaften – so, wie es der Volksbund für diese Art von Gedenken vorsieht.

Nach wenigen Worten wurden die Särge beigesetzt, es folgte die Kranzniederlegung und schließlich die Einsegnung durch den russischen Popen – ein schlichter Abschluss, der der Tradition der Kriegsgräberfürsorge entspricht.

„Die Würde der Gefallenen endet nicht an Grenzen. Sie zu bewahren, ist eine dauerhafte Aufgabe – in Russland ebenso wie hier in Brandenburg“, sagt Oliver Breithaupt.