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Meldungen aus dem Landesverband Brandenburg
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Die Namen der Toten

Wie spricht man mit Jugendlichen über Krieg, Gewalt und politische Willkür, ohne in Floskeln zu verfallen?

Gedenken auf dem Waldfriedhof Halbe OSZ Fürstenwalde / Hr. Pötsch

Weiße Rosen auf bronzenen Grabplatten. Namen, vorgelesen von einer Schülerin. Und rund 50 Jugendliche, die auf dem Waldfriedhof Halbe plötzlich merken, dass Geschichte nicht nur aus Jahreszahlen besteht.

Landesgeschäftsführer Oliver Breithaupt begleitete gemeinsam mit Gedenkstättenberater Ingolf Pötsch ein Schulprojekt des Oberstufenzentrums Fürstenwalde zur Geschichte des sowjetischen Speziallagers Nr. 5 in Ketschendorf.

Bevor es auf den Waldfriedhof ging, beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler in kleinen Seminargruppen mit dem Internierungslager Ketschendorf und den Folgen der Schlacht von Halbe 1945. Zwei Kapitel der Geschichte, die in Brandenburg bis heute eng miteinander verbunden sind. Denn auf dem Waldfriedhof liegen nicht nur die Toten der letzten Kriegstage, sondern auch Opfer der sowjetischen Gewaltherrschaft der Nachkriegszeit.

Viele der Jugendlichen zeigten sich beeindruckt von den Opferzahlen beider Epochen. Doch wirklich greifbar wurde das Thema erst draußen zwischen den Gräbern und Namenstafeln. Dort traf die Gruppe auf Mitglieder der Interessengruppe Ketschendorf. Gemeinsam entstand ein stilles Gedenken. Keine große Inszenierung, keine langen Reden.

Schülerin Angela K. verlas die Namen jener Menschen, die am 24. April im Speziallager Ketschendorf ums Leben kamen. Danach legten Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Erwachsene einzelne weiße Rosen auf die bronzenen Tafeln.

Auf dem Rückweg zum Bus sagte ein Teilnehmer den Satz, der an diesem Nachmittag allen zum Vermächtnis wurde: „Es geht darum zu verstehen, wie wertvoll Frieden und Rechtsstaatlichkeit sind.“